Umweltverträglichkeitsprüfung ist auch Prüfung der IVG auf Verlässlichkeit
Der berechtigten Forderung der großen Anzahl der Kritiker nach einer –freiwilligen- UVP für das Gesamtindustrieprojekt (144 Kavernen plus 5-7 oberirdische Gasverdichteranlagen) ist bisher nicht entsprochen worden. Doch nun besteht für die IVG die Chance ihr verbal bekundetes Interesse für Bevölkerungs- und Umweltinteressen zu beweisen.
Die jetzt gesetzlich verordnete UVP-V gilt für das letzte Drittel der 144 Kavernen. Wenn Joachim Schweinsberg nun für die IVG gesprochen hat und bei dieser Prüfung die Gesamtanlage in die Betrachtung mit einbeziehen möchte, heißt das aus Sicht von Bündnis90/Die Grünen: alle 144 Kavernen und auch die 5-7 oberirdischen Gasverdichteranlagen müssen in die Prüfung einbezogen werden. Es heißt ganz sicher auch, dass die Auswirkungen der jahrelangen Soleeinleitung in die Jade noch stärker beachtet werden müssen.
Die Biologin Dr. Gisela Gerdes teilte uns in einer aktuellen Stellungnahme am 10.12 2010 mit, dass das NLWKN die Anzahl der beobachteten Einzelparameter ausgeweitet habe, was das „Bemühen erkennen lässt, dem Überwachungsauftrag nach WRRL (EG-Wasserrahmen-richtlinie) gerecht zu werden“. Dennoch fehle immer noch die Einbeziehung von Schwermetallen, die auch im Spurenbereich das Phytoplanktonwachstum fördern und damit langfristig eine Eutrophierung des Gewässers verursachen können mit dramatischen Folgen für Flora und Fauna. Wer sich mit Ökologie von Gewässersystemen und den darin ablaufenden Synergien auskennt, weiß so Dr. Gerdes „dass das Monitoring von Einzelparametern unzureichend ist, um schleichende Veränderungen im Ökosystem Jade zu erfassen“.
B90/Die Grünen sehen in Konzept, Umfang und Teilnehmern an der nun anstehenden UVP einen Prüfstein für die Ernsthaftigkeit der IVG nicht nur ihre Gewinninteressen, sondern die langfristigen Bevölkerungs- und Umweltinteressen zu wahren. Wir gehen davon aus, dass auch diese Kriterien für die UVP Thema des Kavernenbeirats sein werden.
zurück
